Dienstag, 10. November 2009

Programmdirektor von RM Kolumbien zu Besuch bei Radio Horeb

Ende Oktober war Pater German Acosta, der Programmdirektor von Radio Maria Kolumbien, zu Besuch bei Radio Horeb.



Hier Auszüge aus einem Interview, das Pfarrer Dr. Richard Kocher in der "Standpunkt"-Sendung am 25.Oktober mit ihm führte:

"Seit vielen Jahren schon haben wir in Kolumbien das Problem der Gewalt. Dieser Konflikt ist entstanden aus unterschiedlichen Interessen  politischer Parteien. In den fünfziger Jahren war das sehr kritisch und daraus ist eine Guerillabewegung entstanden. Das ist die FARC (Revolutionäre bewaffnete Gruppe in Kolumbien). Diese Guerilla hat ihre Ideologie eigentlich verloren, denn heute geht es nicht mehr um ein politisches Ziel, um soziale Gerechtigkeit, sondern es geht nur noch um Macht und Geld beim Drogenhandel, und da bewegt man viel Geld. Und es geht auch um Waffenhandel. Aber ich muss klar stellen, dass das kolumbianische Volk ein gutes Volk ist. Aber es gibt diese kleine Minderheit, und das macht uns sehr zu leiden. In dieser Umgebung ist vor 13 Jahren Radio Maria entstanden. Ohne dass es sich politisch festlegt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen die himmlische Botschaft zu bringen. Diese basiert auf der Liebe Gottes und steht unter dem Schutz der Gottesmutter. Und diese Sprache gefällt allen. Und so ist es uns gelungen von Brüderlichkeit zu sprechen. Wir sind alle Brüder jenseits von Parteien, Hautfarben und Rassen. Radio Maria ist sympathisch für alle. Auf nationaler Ebene haben wir den 27. Platz bei den Radiostationen und das gelingt bis in den Dschungel hinein und da sind viele, die von der Guerilla vor vielen Jahren schon entführt worden sind. In Europa hört man von der Guerilla und man meint, das sind irgendwie idealistische Gruppen, aber das sind nichts anderes als Terroristen. So viel Unschuldige haben sie schon umgebracht.
Aber trotzdem sind wir optimistisch , denn die Botschaft kommt überall hin, die Botschaft vom Frieden. Wir haben so viele Zeugnisse der Vergebung und das zeigt uns, dass es in den Augen Gottes ein wichtiges Radio ist.
Diese Leute, die in den Dschungel entführt worden sind, hören das Radio und schöpfen Hoffnung, kommen sogar wieder zum Glauben.
Deshalb ist das eine Arbeit, die man mit Leidenschaft ausführt.
In Aparecida, auf der fünften lateinamerikanische Gesamtkonferenz der Bischöfe, hat man eine große Mission für den ganzen Kontinent angestoßen. Und ich glaube, dass Radio Maria an vorderster Front tätig ist. Denn auch wie bei den anderen Radios in Deutschland und in der Welt ist ein anderer Geist da, man betet, man studiert den Katechismus, die Spiritualität der Kirche. Es sind Programme, die die menschliche Person fördern, für die Familie, die Kinder, die Jugendlichen. Dann natürlich gibt es die Nachrichten und wir übertragen natürlich die Heilige Messe. Die Zuhörer empfinden sich als eine Familie und sie unterstützen uns in ihrer Armut. Die Großzügigkeit ist gewaltig. Die Armen erfüllen die leeren Versprechungen der Reichen. Das Projekt Radio Maria ist wirklich revolutionär, denn das Radio schafft eine neue Art die Dinge zu sehen. Es ist gewachsen, die ganze Gemeinschaft unterstützt das."

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