Samstag, 16. Januar 2010

Helfen wir den Opfern in Haiti durch Spende und Gebet











Die Kathedrale in Port-au-Prince ist komplett zerstört,
nur das Kruzifix ist noch erhalten.

Bildquelle: "Kirche in Not"




Warum und wie sollte man helfen? Wie ist die Lage für die Kirche in dem Katastrophengebiet?
Erzbischof Miot, der gute und immer freundliche Erzbischof von Port-au-Prince, ist ums Leben gekommen. Das Beben war so stark, dass er mit dem Balkon, auf dem er gerade stand, abstürzte und vermutlich sofort tot war. Es steht noch nicht fest, wie viele Priester und Ordensleute umgekommen sind, da immer noch einige unter den Trümmern liegen. Auch der Generalvikar von Port-au-Prince, Charles Benoit, und der in der Kirchenverwaltung tätige Bruder Cherie liegen noch unter den Trümmern. Das Haus hatte vier Etagen und ist nun nur noch ein Haufen Zement.
Das Priester-Seminar ist bis auf einen Gebäudeteil nur noch ein Berg Schutt. Neun Seminaristen sind ums Leben gekommen, drei oder vier Seminaristen werden noch vermisst. Gott sei Dank konnten alle restlichen bis auf einen Mitarbeiter die Ruinen bereits verlassen. Der Nuntuis von Haiti, Msgr. Bernardito Auza, versucht mit seinen Mitarbeitern, alle Ordensleute und Priester zu sammeln, die alles verloren haben. Vor kurzem konnten einige Bischöfe in die Nuntiatur kommen und einige Entscheidungen treffen.
Der Schock bei den Menschen hält immer noch an. Sie schlafen auf der Straße oder laufen ziellos umher, aber viele sind auch in die Berge geflüchtet, weil sie Tsunamis befürchten. Die Telefon- und Stromverbindungen sind nach dem Erdbeben in Haiti zum größten Teil zerstört. Sie brauchen dringend unsere Hilfe, denn das ohnehin arme Land wurde durch das Beben völlig aus der Bahn geworfen worden.
Haiti liegt im Westen der Karibikinsel Hispaniola und ist etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg. Von den 8,6 Millionen Einwohnern sind 95,8 Prozent Christen, darunter sieben Millionen Katholiken. Das ohnehin arme Land wurde erst in jüngster Zeit von einer Naturkatastrophe getroffen: im Sommer 2008 fegten mehrere Hurrikans über das Land, die schwere Überschwemmungen verursachten. Dabei kamen mehr als 500 Menschen ums Leben.
Zur Soforthilfe benötigen die kirchlichen Hilfswerke möglichst schnell Spenden. Hier können Sie direkt und sicher online spenden:

Papst Benedikt hat bei der Generalaudienz der Woche dazu die folgenden Worte gefunden:
“Ich lade alle ein, sich meinem Gebet für die Opfer dieser Katastrophe und alle, die um sie trauern, anzuschließen. Ich versichere allen, die ihr Haus verloren haben oder in anderer Form durch das Erdbeben betroffen sind, meinen spirituellen Beistand und bitte Gott, sie in ihrem Leid zu trösten und es zu erleichtern.
Auch appelliere ich an die Großzügigkeit aller, damit es den betroffenen Brüdern und Schwestern in diesem Moment der Not und des Schmerzes nicht an unserer konkreten Solidarität und der tatkräftigen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mangle. auch die katholische Kirche und ihre karitativen Einrichtungen werden der Bevölkerung unverzüglich Hilfe bereitstellen.”

Freitag, 8. Januar 2010

Täglich, liebe Hörer von Radio Horeb, beten wir miteinander in den Gebetsanliegen des Hl. Vaters…


Das diesjährige Anliegen für den Monat Januar lautet:

Für die jungen Menschen: Die heutigen Kommunikationsmittel mögen ihre persönliche Entwicklung und ihren Dienst an der Gesellschaft unterstützen.

Was mit den „Kommunikationsmitteln“ gemeint ist (im offiziellen „Kirchenjargon“ heißen sie „soziale Kommunikationsmittel“) wissen wir. Nicht zuletzt gehören Sender wie Radio Horeb und Radio Maria zu diesen Mitteln, mit denen die Menschen der heutigen Gesellschaft miteinander „vernetzt“ werden bzw. werden können.

Auch „das Internet kann ein neuer Weg zu Gott sein." Dies ist die Einschätzung des vatikanischen Medienexperten Erzbischof John P. Foley. Schon Papst Johannes Paul II. hatte das Internet als "Forum zur Verkündigung des Evangeliums" bezeichnet. – Und im November des zurückliegenden Jahres haben sich Medienbischöfe, kirchliche Medienexperten und christliche Webmaster aus ganz Europa im Vatikan die Köpfe darüber zerbrochen, ob das Internet die religiöse Praxis der Christen ändert. Besonders interessiert waren die Teilnehmer an dem, was Vertreter von Facebook, YouTube und Wikipedia ihnen erzählten. Ihr Eindruck: „Diese sozialen Netzwerke, die auf der Idee virtueller Gemeinschaften aufbauen, sind offen für den Dialog und den Austausch mit der größeren kirchlichen Gemeinschaft“. –

Nicht ganz so positiv äußerte sich der bekannte und bedeutende Fernseh- und Rundfunkmoderator sowie Buchautor Bruder Paulus Terwitte, welcher sich dazu die folgenden Gedanken machte: „Für mich ist zunächst einmal das Internet das Zeichen dafür, dass die Menschen total in die Versuchung hinein gestiegen sind, alleine glücklich werden zu können: Ich kann sehen was ich will, ich kann machen was ich will. Und die Vernetzung, die dann virtuell stattfindet, findet ja eigentlich nur in der Phantasie statt. Und das merkt man, wenn man dann plötzlich jemanden sieht, mit dem man per Twitter oder bei Facebook Kontakt hat, da merkt man: Oh, der sieht ja ganz anders aus, als ich mir das vorgestellt habe. -
Von daher ist das Internet tatsächlich ein Zeichen, dass die Gesellschaft sich entsolidarisiert und die Menschen wieder das werden, was die mittelhochdeutsche Sprache einen Sünder nennt: Nämlich jemand, der in sich gekehrt ist, zunächst einmal ganz für sich alleine leben will. Bei mir ist dagegen wirklich jede Begegnung möglich und letztlich auch erforderlich.“

Welche Position sollte ein von der katholischen Lebenssicht überzeugter Christ zwischen diesen beiden Polen aber nun einnehmen?

Unser Hl. Vater, Papst Benedikt, hat in seiner letztjährigen Botschaft zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ wieder einmal eine Richtung vorgegeben, die einserseits den neuen Technologien und daraus erwachsenden Verbindungen Rechnung trägt, andererseits aber für eine (neue) Kultur des Respekts, der Dialogs und der Freundschaft wirbt. Er sagte darin:

„Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses "digitalen Kontinents" zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen! Ihr kennt deren Ängste und Hoffnungen, deren Begeisterung und Enttäuschungen: Das kostbarste Geschenk, das ihr ihnen machen könnt, besteht darin, ihnen die "Gute Nachricht" eines Gottes mitzuteilen, der Mensch geworden ist, gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, um die Menschheit zu retten. Das Herz des Menschen sehnt sich nach einer Welt, in der Liebe herrscht, wo man die Gaben miteinander teilt, wo man Einheit herbeiführt, wo die Freiheit ihre eigentliche Bedeutung in der Wahrheit findet und wo jeder seine Identität in respektvoller Gemeinschaft verwirklicht. Auf diese Erwartungen kann der Glaube Antwort geben: Seid Boten dieses Glaubens!“

Dem Vernehmen nach arbeitet der Papst zur Zeit an der Botschaft zum nächsten „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“. Zweifellos ist er überzeugt, dass die Kirche sich mit den Möglichkeiten der neuen Technik im Bereich der Information, der Erziehung, des Gebets und der Verkündigung des Glaubens auseinandersetzen muß. Sein Gebetsanliegen für den Januar zeigt jedenfalls, welche Chancen er in diesen modernen Mitteln sieht, ohne sie dabei überzubewerten.
Vielleicht bildet sich auch bei den RH-Freunden ein Forum, über konkrete Notwendigkeiten und noch wenig genutzte Möglichkeiten nachzudenken ? …