Montag, 17. Mai 2010

Was haben „Cyperspace“ und moderne Glaubenssituation miteinander zu tun?

Am Sonntag der "Medien" oder "sozialen Kommunikationsmittel", der in Italien am 7. Sonntag in der Osterzeit begangen wird, hat Papst Benedikt XVI. noch einmal beim Regina caeli auf dem Petersplatz auf die mit diesen modernen technischen Mitteln gegebene Chance einer aktuellen Glaubensverkündigung hingewiesen. (Download der Übertragung 2010-05-16_angelus.mp3 auf der RH-Podcastseite ) Der Mediensonntag bzw. die Botschaft des Papstes steht unter dem Motto: "Der Priester und die Pastoral in einer digitalen Welt: neue Medien im Dienst des Wortes Gottes” und verknüpft damit auch das gegenwärtige Priesterjahr mit diesem Thema.
(Siehe dazu auch: www.h2onews.org/deutsch/)

(siehe übrigens auch Radio-Vatican, Chefredakteur P. Hagenkorn: http://www.zenit.org/)



Die Redakteurin des katholischen Video-Portals „gloria-tv“, Eva Doppelbauer (s. die Meldung und Verlinkung auf unserer Homepage www.radiohorebfreunde.de) hat in einem Interview bei Radio Horeb eine sehr interessante Parallele gezogen: Sie meinte, der derzeit im Gang befindliche Prozess hin zu einer Welt moderner, vernetzter Kommunikation lasse sich in vielem vergleichen mit der Situation nach der Erfindung des Buchdrucks. Während die katholische Kirche noch weiter an ihrem bis dahin geltenden Monopol für die Verbreitung von Büchern festgehalten habe, machten sich die Reformatoren das neue Medium zunutze, um ihre Lehre mit gedruckten Katechismen unter die Leute zu bringen. Der damalige Erfolg der Reformation wäre nicht möglich gewesen ohne diese neue Möglichkeit, abseits von Kontrollmöglichkeit der damaligen Privilegieninhaber Schriften zu vervielfältigen und breit zu streuen.Die damalige Kirche habe diese Entwicklung zunächst -bis zur Gegenreformation- „verschlafen“ und somit erst viel zu spät auf die Folgen reagiert.

Eine solche Entwicklung könnte es auch heute wieder geben. Allerdings hat der Papst bereits im vergangenen Jahr dazu ermuntert, einserseits den neuen Technologien und daraus erwachsenden Verbindungen Rechnung zu tragen, andererseits aber gleichzeitig dort für eine (neue) Kultur des Respekts, der Dialogs und der Freundschaft zu sorgen (s. Blog auf dieser Seite vom 8.1.2010). Vatikansprecher Federico Lombardi hat sich zu den Möglichkeiten des Internet bekannt, aber auch daran erinnert, dass wir uns neben den ungeahnten Möglichkeiten im Netz stets daran erinnern müßten, was das eigentliche Ziel unserer Suche sei. In seiner diesjährigen
hat Papst Benedikt Priester und Kirchenverantwortliche dazu aufgerufen, das Leben der Kirche auch in der digitalen Welt bekannt zu machen. Die modernen Kommunikationsmittel eröffneten eine „neue Epoche der Glaubensverkündigung“ und „seelsorgerisch unbegrenzte Perspektiven“. Die Kirche habe die Pflicht, diese Möglichkeiten entschiedener zu nutzen.Gerade im Jahr der Priester möchte der Hl. Vater mit seiner Botschaft unter dem Titel „Der Priester und die Seelsorge in der digitalen Welt 
– die neuen Medien im Dienst des Wortes“ dazu ermuntern, "neben den traditionellen Mitteln von den Möglichkeiten der neuen Generation audiovisueller Medien (Foto, Video, Blog, Website) Gebrauch zu machen, die bisher unbekannte Gelegenheiten zum Dialog sowie nützliche Hilfsmittel für die Evangelisierung und die Katechese bieten". Auch er sieht den Priester heute in einer Lage wie am Beginn einer „neuen Epoche“. Denn je mehr die modernen Technologien immer intensivere Verbindungen schaffen und die digitale Welt ihre Grenzen ausdehnt, desto mehr werde der Priester gefordert sein, sich seelsorgerisch damit zu befassen und das eigene Engagement zu steigern, um die Medien in den Dienst des Wortes zu stellen. Fachleute weisen daraufhin, dass es nicht mehr nur darum gehe, dass eine Institution wie die Kirche klassischerweise mit anderen über das Internet kommuniziere.Vielmehr müsse jetzt eine Strategie eingeschlagen werden, mit der die Kirche im web für die Menschen Kommunikationsräume schafft, in denen religiöse Themen eine Rolle spielen und dazu bestehende Plattformen zu nutzen.

Der Frankfurter Theologe und Medienprofi Jürgen Pelzer sagt: (s.unten Audio…) Diejenigen Angebote im Netz haben sich als erfolgreich erwiesen, wo die Teilnehmer persönlich eingebunden sind. Stark treten dabei Einzelpersonen in Erscheinung, die von ihrem Glauben berichten. Die Kirche tut gut daran, das Internet in diesem Sinne zu nutzen und den Ehrenamtlichen und den Kirchenmitgliedern eine Plattform zu bieten, um sich auszutauschen und aktiv werden zu können. Deshalb ist der Papst jetzt auf Facebook oder Youtube zu finden. …
Warum wird eigentlich diese Blogseite nicht im gleichen Sinne genutzt?

Kommentare:

  1. Einen sehr schönen und lesenswerten Beitrag dazu hat Elsas Nachtbrevier kurz vor Pfingsten als Gastbeitrag beim Sendezeitblog herausgebracht: http://sendezeit.wordpress.com/2010/05/23/von-halblebigen-freibeutern-zu-hart-arbeitenden-fischern-dkatholische-blogger/

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  2. Herzlichen Dank für den Link. Es ist schön zu beobachten wie sich die kath. Bloggerszene allmählich immer besser vernetzt!

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