Donnerstag, 4. März 2010

Kommt das Digitalradio endlich aus den Startlöchern?

Die Digitalisierung der elektronischen Medien ist mittlerweile überall Standard, außer beim Radio. So ist das analoge Antennenfernsehen längst abgeschaltet und auch die analoge Verbreitung über Astra endet im April 2012. Auch im Kabel gibt es längst ein umfangreiches digitales Fernseh- und Radioangebot.
Beim Hörfunk ist dagegen fast noch alles so wie zu Großvaters Zeiten, da hört man Radio hauptsächlich auf UKW, was zur Folge hat, dass dieser Frequenzbereich total überbelegt ist und einen störungsfreien Empfang, abgesehen von den starken Ortsendern, nahezu unmöglich macht.
Jeder kennt das Zischeln, Krachen und Rauschen und die Abbrüche beim mobilen Empfang im Auto.
Zudem ist die Berücksichtigung kleinerer Privatsender wie Radio Horeb bei der Vergabe von neuen Frequenzen so gut wie ausgeschlossen, denn auf eine Neuausschreibung kommen oft bis zu 30 verschiedene Bewerber. So muss sich Radio Horeb seit 2004 mit nur einem nennenswerten UKW-Sender begnügen,nämlich der bekannten 92,4 in München, den es noch mit drei anderen Anbietern teilen muss.
Das Digital Audio Broadcasting (DAB) ist ein digitaler Übertragungsstandard für terrestrischen Empfang von Hörfunkprogrammen. Prinzipiell könnte Digitalradio deutlich mehr Programme, störungsfreien Empfang und eine verbesserte Tonqualität ermöglichen.
Bereits seit über zehn Jahren kann man je nach Bundesland bis zu 16 Programme auf Digital Radio (DAB) empfangen, in NRW z.B. das katholische Domradio, nur hat es bis jetzt kaum einer gemerkt. Das liegt zum einen an dem fehlenden Angebot an DAB-fähigen Radioempfängern und zum anderen haben die kommerziellen Sender bisher kaum Interesse an einer digitalen Verbreitung ihrer Programme gezeigt.
Ganz anders ist die Entwicklung in unseren Nachbarländern. So wird z.B zur Zeit das DAB-Sendernetz in der Schweiz massiv ausgebaut und seit Oktober 2009 sind sogar zahlreiche Programme über den neuen verbesserten Standard DAB+ zu hören. Ich konnte mich schon mehrmals von der ausgezeichneten Übertragungsqualität und den Empfangseigenschaften von DAB+ überzeugen und mich erfreut immer wieder das vielfältige Angebot an DAB-Empfängern in den Fachgeschäften.
Aus Frankreich ist zu hören, dass demnächst alle Neuwagen mit einem DAB-fähigen Autoradio ausgeliefert werden und in England plant man sogar eine Art Abwrackprämie für alle analogen Radiogeräte, um den Umstieg auf Digitalradio zu forcieren.
In Deutschland wird in diesem Jahr ein Neustart von DAB angestrebt und zur Zeit läuft sogar die Ausschreibung für ein bundesweites Programmangebot im Digitalradio.

Ich hoffe, dass der Umstieg auch bei uns endlich gelingt und Deutschland keine analoge Insel in Europa bleibt. Vielleicht können wir dann Radio Horeb schon Ende des Jahres auch mit einem Digitalradio einfach und überall hören!

1 Kommentar:

  1. Das auch auf unserer Homepage zum Sendebeginn dokumentierte deutschschweizerische Radio Maria verwendet bereits diesen neuesten Standard.

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