Donnerstag, 25. November 2010

Medien im Nahen Osten


Die Sonder-Bischofssynode zum Nahen Osten ist noch nicht lange vorbei und wir gehen schon wieder zum Tagesgeschäft über …?
Ende November, in den allerletzten Stunden des Kirchenjahres begehen unsere Sender die RM-Welttage, die den Blick dafür weiten sollen, dass wir einer Weltkirche angehören. Natürlich stehen da besonders der Partner-Radios der westlichen Länder - derzeit besondres in Afrika gelegen - im Fokus des Interesses. Aber müssen wir darüber die Nöte der Kirche im Heiligen Land verdrängen?

Dieser Beitrag soll einen Blick auf die Medien im Nahen Osten werfen – da kommt uns als erstes Al Jazeera in den Sinn, ein Fernsehsender für die arabische Welt. Es geht aber auch kleiner, viel kleiner. Und es muss nicht immer Fernsehen sein. Pater (Abuna) Raed Abusahlia ist Pfarrer des Dorfes Taybeh in Palästina. Taybeh, das biblische Ephraim, heute eine Ortschaft mit ungefähr 2100 Einwohner, ca. 10 Kilometer östlich von Ramallah gelegen, ist das letzte vollständig christliche Dorf in Palästina.
Als ehemaliger Sprecher des "lateinischen" (=katholischen) Patriarchen in Jerusalem ist Abuna Raed auch medienerfahren. Aber das ist nicht alles, er ist auch Event-Manager und Fundraiser und hat für sein Dorf eine Ölpresse besorgt, die der Bevölkerung ein wenig ökonomische Unabhängigkeit verschafft. Auch für die Kooperative für den Verkauf der Erzeugnisse des Dorfes – Ölivenöl, Seife und Kerzen – an europäische Supermärkte stand er Pate. Ein Allrounder also. Sein neustes Projekt ist aber wohl seine größte Herausforderung: Er möchte den ersten christlichen Radiosender im Heiligen Land betreiben. Und dies mit der Hilfe von Radio Vatikan, das technische Hilfestellung leistet und seinen Plan bekannt macht.

Pater Raed sagt: „Wir brauchen im Heiligen Land eine christliche Stimme, wir müssen den Christen des Landes eine christliche Stimme geben, wir müssen das für das ganze Bistum tun, das ganz Jordanien, Palästina und Israel umfasst. Obwohl es schon verschiedene Radio- und TV-Stationen in der Region gibt, gibt es immer noch kein einziges christliches Radio. Ich möchte das in Taibeh schaffen.“

Warum ausgerechnet in diesem Dorf? Für ein solches Projekt ist nicht nur der Glaube Voraussetzung, sondern auch die Geographie hilft: Das Dorf liegt auf einem Hügel, 1.000 Meter über dem Meer. Radiowellen können von hier aus die ganze Region erreichen. Gedacht ist der Sender für die Arabisch sprechende Gemeinschaft von Amman bis Gaza, Tel Aviv und Jerusalem. Die Verwaltung Palästinas muss dieses Vorhaben noch erlauben, der ganze Papierkrieg liegt noch vor dem engagierten Pfarrer.
„Es wird eine christliche Stimme sein, aber auch eine Stimme unterschieden von anderen. Das heißt, es soll eine Stimme für Frieden und Hoffnung sein, für Dialog und Versöhnung. Wir sind offen für jeden, für die anderen Kirchen im Heiligen Land. Wir werden auch den Nachrichten und den Feiern der anderen Kirchen Raum und Zeit geben. Wir haben sie auch schon eingeladen, ihre eigenen Programme auf unserem Sender zu gestalten. Der Sender ist also auch für die anderen Religionen da, die es im Heiligen Land gibt, vor allem Juden und Moslems. Wir wollen eine Brücke sein, denn ein Christ, der keine Brücke ist, ist kein Christ.“

Abuna Raeds Traum: Der Start seines ersten christlichen Senders im Nahen Osten mit einer Sendung zum Weihnachtsfest. SIE können helfen, indem Sie in Taybeh "einkaufen" (
www.taybeh.info/) - halt online. Denn diese palästinensischen Christen sind auf solche Kontakte in die übrige Welt angewiesen
!

Dienstag, 23. November 2010

Das Internet für Christus gewinnen

Pater Karl Wallner über das neue Jugendradio:
"Unser Herr Jesus Christus hat gesagt, wir sollen unser Licht nicht unter einen Scheffel stellen und dass eine Stadt, die auf einem Berg liegt nicht verborgen bleiben kann. Und ich hab auch das Gefühl, dass wir Christen dazu neigen, dass wir uns in der Sakristei verstecken und dann darüber schimpfen, dass in der Welt draußen alles so heidnisch wird, alles so gottlos geworden ist. Ich glaube wir müssen wirklich jede Möglichkeit ergreifen, um das Evangelium von den Dächern zu verkünden. Und heute leben wir in einer Mediengesellschaft. Papst Benedikt XVI. hat gesagt, wir müssen alle Medienmittel ergreifen. Er hat das auch über das Internet gesagt, ein Medium wo heute viele Jugendliche unterwegs sind. Und deshalb kann ich nur sagen, es ist höchste Zeit, dass es sowas gibt. Wir müssen dort die jungen Leute erreichen, wo sie heute dauernd unterwegs sind. Und wir müssen das Internet, das oft problematische Dinge hat, auch für Christus gewinnen."
( Aus einem Interview mit Radio Maria )

Samstag, 20. November 2010

Ein vernichtendes Urteil …


»Die Bischöfe unseres Landes sind ungeschickte Seeleute mitten in einem großen Sturm. Sie sind wie Ärzte, die für die Krankheiten ihrer Zeit nicht die richtigen Medikamente bereithalten. Sie sind Obertaktierer, Oberpolitiker, die sich nicht auf das Eis hinauswagen, weil es brüchig ist, und weil die Angst haben, dass sie dann einbrechen.
Keiner von ihnen wagt etwas einzufordern,(…), weil er Angst hat, dass ihm die wenigen, die er noch hat, davonlaufen werden. «



Ein vernichtendes Urteil - nicht nur über die Bischöfe, sondern auch über die Priester in unserem Land, von jemand, der offiziell heiliggesprochen worden ist von der katholischen Kirche, dem die seltene Ehre zuteil geworden ist, Kirchenlehrer zu werden. Er ist der zweite Patron Deutschlands nach Winfried Bonifatius, der erste Jesuit deutscher Sprache – es ist die Rede von Petrus Canisius.
Er hatte mit seiner Analyse des Zustands der katholischen Kirche in seiner Zeit während des Ausbruchs der Reformation leider recht und diese Sätze waren keineswegs polemisch gemeint oder formuliert. Wenn er selbst angefeindet und verleumdet wurde, war seine Antwort: "Benedictus sit Deus!" - Gelobt sei Gott.
Von seinem Ordensgründer, dem hl. Ignatius von Loyola, mit dem er auch einige Jahre zusammen war, hat er gelernt, richtig hinzuschauen und das Wesentliche zu erkennen.
In der Sprache der Kirche nennt man diese Fähigkeit "die Unterscheidung der Geister".
Von dem Ordensvater hat er auch das 4. Gelübde des Jesuitenordens, die unbedingte Treue zum kirchlichen Lehramt und dem Papst als wichtigste Voraussetzung für seinen Dienst übernommen und praktiziert - in der Zeit der Reformation wahrhaftig kein leichter Gehorsam! Aber er überließ es Gott, ihn in diesem Treueverhältnis richtig zu führen, um der Wahrheit dienen zu können.

Alles Gesagte läßt sich gewissermaßen 1:1 auf unsere heutige Situation übertragen… ! Sollten wir da nicht vermehrt selbst und persönlich um die Gabe der "Unterscheidung der Geister" beten?

Den Hinweis auf diese historische Parallele verdanke ich einem Vortrag von Pfr. Dr. Richard Kocher. Seinen Vortrag kann man beim CD-Dienst des Senders bestellen unter dem Titel "Worte, die bewegen - 2010".
Ich verweise an dieser Stelle auch gern auf eine Vortragsreihe
( bis …Vortrag-10) über
den Vorsehungsglauben
, zu der z.Zt. auch auf der Homepage von "Kirche in Not" i
n der Medienbox u.a. ein Interview mit Pfr. Kocher gezeigt wird.

Freitag, 19. November 2010

Uganda: Ein Radio rettet Kindersoldaten

Das katholische "Radio Wa" setzt sich mit bescheidensten technischen Mitteln für Versöhnung ein. Kindersoldaten werden über die Radiosendungen erreicht und nehmen wieder Kontakt mit ihren Familien auf. 
"Wir lieben dich, Robert, komm zurück nach Hause! Deine Eltern und Geschwister" – so oder ähnlich lauten Botschaften, die im Kinderprogramm des katholischen Senders "Radio Wa" in der Diözese Lira im Norden Ugandas gesendet werden. Sie richten sich an Kinder, die von den Rebellen der Lord’s Resistance Army (LRA) entführt und als Kindersoldaten missbraucht worden sind. Viele der überlebenden Kinder wagen sich nicht mehr nach Hause, weil sie von den Rebellen gezwungen wurden, in ihren Heimatdörfern Menschen, manchmal sogar nahe Familienangehörige, zu verstümmeln oder zu töten sowie Häuser niederzubrennen. Diesen Kindern will die Kirche mit "Radio Wa" Mut machen, zu ihren Familien heimzukehren.
Obwohl "Radio Wa" sowohl personell als auch materiell mehr als bescheiden ausgestattet ist, leistet es der Bevölkerung wertvolle Dienste. So gibt es zum Beispiel jede Woche ein Hörspiel, in dem wichtige Themen wie AIDS, häusliche Gewalt, Ehe und Familie, Alkoholismus, die Rückkehr aus den Flüchtlingslagern, der Aufbau eines neues Lebens nach dem Krieg, die Suche nach Versöhnung oder ähnliches auf unterhaltsame Weise, aber auf der Grundlage der kirchlichen Lehre und der Werte des Evangeliums behandelt werden.

Das weltweite katholische Hilfswerk "Kirche in Not" hilft, die technische Ausstattung des Senders und die Ausbildung der Mitarbeiter zu verbessern.

Samstag, 6. November 2010

Empfang von Papst Benedikt XVI. in Santiago



„In diesem Heiligen Jahr komme ich als Pilger unter Pilgern, gemeinsam mit vielen, die hierher kommen und nach dem Glauben an den auferstandenen Christus dürsten, nach dem Glauben, der von den Aposteln wie dem heiligen Jakobus dem Älteren (…) treu verkündet und weitergegeben wurde.“

Montag, 1. November 2010

Warum feiert die Kirche "Allerheiligen"?


"Den Katholiken geht es eigentlich streng genommen nicht um die Heiligen an und für sich, sondern es geht natürlich um Jesus Christus. Und die Heiligen sind deswegen so wichtig, weil sie mit ihrem Leben Jesus Christus verkündet haben, die Märtyrer sogar unter Einsatz ihres Lebens. Und wir glauben, dass die Heiligen diejenigen sind, die bereits Anteil an Jesus Christus haben, dass sie bereits die Vollendung erlangt haben in einer Weise, die wir für uns alle erhoffen. Und weil die Heiligen für uns Wegweiser sein können hin zu Christus, verehren wir sie in besonderer Weise und natürlich erhoffen wir, dass sie, weil sie so nah bei Jesus Christus sind, auch für uns schon Fürsprache einlegen."
Direkter Link zum Medienportal beim Erzbistum Köln

Wir preisen Gott in den Heiligen der Nächstenliebe. Durch ihre Werke ist die Kirche groß. Sie gingen zu den Armen und Kranken der Gemeinde; sie nahmen die Fremden auf und halfen den Verwundeten. Sie kauften Gefangene los und scheuten vor der Pest nicht zurück. Sie bauten Krankenhäuser und gründeten Gemeinschaften, um der Not der Menschen wirksamer zu begegnen. Sie gaben verlassenen Kindern und einsamen alten Menschen Heimat und lehrten die Unwissenden. In ihnen ist Christus den Menschen nahe; sie zeigen der Welt die lebendige Kirche. ( aus dem "Gotteslob" )