Samstag, 20. November 2010

Ein vernichtendes Urteil …


»Die Bischöfe unseres Landes sind ungeschickte Seeleute mitten in einem großen Sturm. Sie sind wie Ärzte, die für die Krankheiten ihrer Zeit nicht die richtigen Medikamente bereithalten. Sie sind Obertaktierer, Oberpolitiker, die sich nicht auf das Eis hinauswagen, weil es brüchig ist, und weil die Angst haben, dass sie dann einbrechen.
Keiner von ihnen wagt etwas einzufordern,(…), weil er Angst hat, dass ihm die wenigen, die er noch hat, davonlaufen werden. «



Ein vernichtendes Urteil - nicht nur über die Bischöfe, sondern auch über die Priester in unserem Land, von jemand, der offiziell heiliggesprochen worden ist von der katholischen Kirche, dem die seltene Ehre zuteil geworden ist, Kirchenlehrer zu werden. Er ist der zweite Patron Deutschlands nach Winfried Bonifatius, der erste Jesuit deutscher Sprache – es ist die Rede von Petrus Canisius.
Er hatte mit seiner Analyse des Zustands der katholischen Kirche in seiner Zeit während des Ausbruchs der Reformation leider recht und diese Sätze waren keineswegs polemisch gemeint oder formuliert. Wenn er selbst angefeindet und verleumdet wurde, war seine Antwort: "Benedictus sit Deus!" - Gelobt sei Gott.
Von seinem Ordensgründer, dem hl. Ignatius von Loyola, mit dem er auch einige Jahre zusammen war, hat er gelernt, richtig hinzuschauen und das Wesentliche zu erkennen.
In der Sprache der Kirche nennt man diese Fähigkeit "die Unterscheidung der Geister".
Von dem Ordensvater hat er auch das 4. Gelübde des Jesuitenordens, die unbedingte Treue zum kirchlichen Lehramt und dem Papst als wichtigste Voraussetzung für seinen Dienst übernommen und praktiziert - in der Zeit der Reformation wahrhaftig kein leichter Gehorsam! Aber er überließ es Gott, ihn in diesem Treueverhältnis richtig zu führen, um der Wahrheit dienen zu können.

Alles Gesagte läßt sich gewissermaßen 1:1 auf unsere heutige Situation übertragen… ! Sollten wir da nicht vermehrt selbst und persönlich um die Gabe der "Unterscheidung der Geister" beten?

Den Hinweis auf diese historische Parallele verdanke ich einem Vortrag von Pfr. Dr. Richard Kocher. Seinen Vortrag kann man beim CD-Dienst des Senders bestellen unter dem Titel "Worte, die bewegen - 2010".
Ich verweise an dieser Stelle auch gern auf eine Vortragsreihe
( bis …Vortrag-10) über
den Vorsehungsglauben
, zu der z.Zt. auch auf der Homepage von "Kirche in Not" i
n der Medienbox u.a. ein Interview mit Pfr. Kocher gezeigt wird.

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