Samstag, 29. Januar 2011

Das Blog für Freunde des Radios ?


Verehrte Leserin, verehrter Leser,

unser Blog ist inzwischen eineinhalb Jahre alt. Die Zugriffszahlen haben gezeigt, dass immer wieder fleissig „mitgelesen“ wird – aber ein Forum des Gedankenaustauschs unter den Freunden von Radio Horeb ist es leider nicht geworden.
Es ist müßig, die Gründe dafür erforschen zu wollen; sicherlich spielt auch der geringe Bekanntheitsgrad unter der Hörerschaft des Radios eine Rolle, denn einen Link auf die Internetpräsenzen (facebook, Blog, Homepage) sucht man auf den Seiten von Radio Horeb vergebens.

Der Schreiber dieser Zeilen ist ja als „Dauer-Referent“ im Programm den Hörern kein Unbekannter. Er hat gründlich überlegt, ob ein eigener Blog als Spiegel der persönlichen Interessen und Fragestellungen nicht das richtige wäre. Nun ist die Entscheidung gefallen, den „Freunden“ noch weiter die Treue zu halten, so lange nicht weitere und andere Mitarbeiter an dieser site dem Blog ein anderes Gesicht geben möchten.
In Kürze werde ich in meinen Montags-Musikmagazinsendungen eine Reihe beginnen, die schon Dagewesenes und Neues in der Kirchenmusik-Thematik unter dem Titel „Lobet Gott mit …???“ zusammenstellen möchte. Darüber kann ich hier jeweils ein wenig vor- und nach-berichten und so den einen oder anderen Leser noch (nachträglich) neugierig auf die Themen machen. Wer die Sendungen gerade nicht hören konnte, kann sich ja bei Bedarf auch einen Mitschnitt von mir ordern.
Ich hoffe, dass ich Sie mit diesen „fachbezogenen“ Gedanken meiner (natürlich ehrenamtlichen) redaktionellen Tätigkeit für Radio Horeb nicht langweile … –sonst schreiben Sie es einfach ins Kommentarfeld!

In diesem Sinn grüßt Sie

Ihr Simon Dach

Sonntag, 16. Januar 2011

Erste Eindrücke aus Hochaltingen


Exerzitienhaus  St. Ulrich
Pater Hans Buob beim Vortrag

Diakon Jackels, Pater Buob und Pfarrer Kocher

Mittwoch, 12. Januar 2011

Zusammen glauben, feiern, beten (Apg 2,4)





Alljährlich findet in der Zeit vom 18. bis 25. Januar die Gebetswoche für die Einheit der Christen statt.

In diesem Jahr betont das Thema nach der Apostelgeschichte 2,4 das Zusammenwirken in Glaube, Gottesdienstfeier und Gebet: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten”. Aber genügt es, für die Einheit zu beten, ohne für sie zu arbeiten? Sollten wir Gott nicht vielmehr bitten, uns so zu verändern, dass wir aktiv werden für die Einheit. Denn wir brauchen den Geist Gottes, um kirchliche Selbstgenügsamkeit und Überheblichkeit zu überwinden, die wirkliche Einheit verhindern.


Die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2011 wurde von palästinensischen Christen vorbereitet. Sie wählten als Thema die 4 Kennzeichen der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem: Das Festhalten an der Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brechen des Brotes (Eucharistie) und das Gebet. Dieses Thema ist ein Ruf zurück zu den Ursprüngen der ersten Kirche in Jerusalem. Es ist ein Ruf nach Begeisterung und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens. Die Christen im Heiligen Land laden ihre Schwestern und Brüder dazu ein, sich ihnen in diesem Gebet ebenso anzuschließen, wie im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Wohlstand für alle Menschen des Heiligen Landes.
In den vorgeschlagenen Schwerpunkten für die 8 Tage der Gebetswoche "kann man eine Reise des Glaubens unter der Führung des Heiligen Geistes erkennen. Er lässt die ersten Christen die Wahrheit über Jesus Christus erkennen und erfüllt die frühe Kirche mit Zeichen und Wundern. Auf dieser Reise treffen sich die Jerusalemer Christen, um Gottes Wort zu hören, so wie es die Apostel ausgelegt haben. In deren Nachfolge kommen sie zusammen, um ihren Glauben in Sakrament und Gebet miteinander zu feiern. Erfüllt durch die Macht und die Hoffnung der Auferstehung feiert die Gemeinde den sicheren Sieg über Sünde und Tod. Dadurch gewinnt sie die Vision und findet den Mut, selbst ein Werkzeug der Versöhnung zu sein."
Für jeden dieser Tage wird eine Auswahl von Schriftlesungen, ein Meditationstext und ein abschließendes Gebet angeboten.
Die Themen für die acht Tage wurden nicht in erster Linie ausgewählt, um uns die Geschichte der frühen Kirche in Erinnerung zu rufen, sondern damit wir über die heutigen Erfahrungen der Christen in Jerusalem nachdenken. An den Kirchen in Jerusalem heute können wir sehen, was es bedeutet, die Einheit auch unter schwierigen Umständen nicht aufzugeben. Diese bitten uns, die Einheit im Festhalten an der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und im Gebet zu bezeugen. Nur in dieser Einheit wird es uns möglich sein, das Böse gemeinsam zu überwinden – in Jerusalem und auf der ganzen Welt.

Montag, 10. Januar 2011

"Schon die kleinen Kinder lernen bei uns, mit dem Kreuz zu leben"

Am vergangenen Samstag fand in der koptischen-orthodoxen Gemeinde Frankfurt die Gedenkfeier für die 23 Opfer des Anschlages auf die Kirche in Alexandria/Ägypten statt. Kirchenvertreter, Politiker und hunderte andere Teilnehmer haben gebetet und Religionsfreiheit gefordert. Eva-Maria Kohlmann schildert ihre Eindrücke in einer Reportage für die Hilfsorganisation "Kirche in Not":

Gebet für die Verstorbenen
 „Blauknochen, mit dir spielen wir nicht!“ – an diesen Satz müssen sich koptische Kinder früh gewöhnen. „Blauknochen“ ist in Ägypten ein Schimpfwort für koptische Christen. Es rührt von den blauen Flecken her, die sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder an ihrem Leib tragen mussten. „Schon die kleinen Kinder lernen bei uns, mit dem Kreuz zu leben“, erklärt Bischof Anba Damian, das Oberhaupt der Kopten in Deutschland, gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Die ganz kleinen Kinder in der koptisch-orthodoxen St. Markus-Gemeinde in Frankfurt ahnen jedoch noch nicht, warum sich an diesem Samstag (8. Januar 2011) so viele fremde Menschen in ihrer Kirche versammelt haben. Sie werden von ihren Eltern auf den Armen getragen und dem Bischof zum Segnen gebracht. Ein neugeborenes Baby schläft friedlich, als Bischof Damian es an sein Herz drückt. Die Mutter steht schüchtern lächelnd daneben. Bei dem blutigen Anschlag auf eine Kirche in Alexandria wurden auch Kinder getötet – darunter ein Säugling. Mehrfach wird an diesem Nachmittag an die Unschuldigen Kinder aus dem Evangelium erinnert, die unmittelbar nach der Geburt Jesu Christi von Herodes ermordet wurden.

Die Diakone singen einen Hymnus über die schmerzhafte und blutige, aber glorreiche Geschichte der koptischen Christen, die trotz Bedrängnis, Folter und Tod standhaft ihren Glauben bekannten. Weihrauch liegt in der Luft, „Entsündige mich mit Ysop (...) Mach mich wieder froh mit deinem Heil“ hieß es soeben im Psalm, und alle Anwesenden beteten gemeinsam das Vaterunser.

Die Kirche und das Gemeindezentrum der 1000 Mitglieder zählenden Pfarrei platzen förmlich aus allen Nähten. Vertreter der katholischen, orthodoxen und protestantischen Kirchen, hochrangige Politiker, auch der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland und mehrere hundert andere Gäste sind gekommen, um der koptischen Gemeinde ihre Solidarität auszudrücken. Gemeinsam beten sie für die Verstorbenen und setzen ein Zeichen gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Christen in Ägypten, aber auch in anderen Ländern der Welt. Die katholische Kirche ist an diesem Tag durch Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst von Limburg vertreten. Aus der deutschen Politik nehmen an der Feier Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Bundesministerin a.D., die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach (CDU), Dr. Rudolf Kriszeleit (FDP), Staatssekretär des hessischen Justizministeriums, sowie Uwe Becker (CDU) in Vertretung des Frankfurter Oberbürgermeisters teil.

„Unser Land war Zuflucht für Jesus Christus, seine Familie und viele Propheten“, unterstreicht Bischof Damian in seiner Ansprache. „Einst waren wir Herren im eigenen Land, heute wollen wir nur als gleichberechtigte Bürger mit allen Rechten und Pflichten leben“. Er beschreibt, dass sechzehn Moscheen entstehen, bevor ein christliches Gotteshaus gebaut werden könne. Schon allein, bis die Genehmigung für den Bau einer Kirche erteilt werde, sei es „viel Warterei“. Als ein Gemeindezentrum zu einer Kirche ernannt worden sei, haben vier Jugendliche dafür ihr Leben lassen müssen. Innerhalb eines Tages sei jedoch ein genau darüber liegendes Gebäude zu einer Moschee erklärt worden. „Christ sein zu wollen, ist kein krimineller Akt!“, ruft er aus.

„Die Menschen haben genug von orientalischen Blüten. Sie wollen Taten sehen“, so der koptisch-orthodoxe Bischof. Immer wieder wird seine Rede von Beifall unterbrochen. Er fordert von der ägyptischen Regierung die Bestrafung der Täter, weil man „sonst den Terroristen grünes Licht gibt“, eine Entschädigung der Opferfamilien und „vorbeugende Maßnahmen, damit so etwas nicht wieder passiert“. Er appelliert ebenfalls an die islamischen Gelehrten, dafür Sorge zu tragen, dass die Predigten in den Moscheen dazu führen, dass „die Menschen mit Frieden im Herzen, nicht mit Wut“ nach Hause gehen. Er selbst habe bei seinem letzten Besuch in Ägypten eine muslimische Predigt gehört, die „eine Art Kriegserklärung“ gewesen sei. Da die Analphabetenrate in Ägypten hoch sei, würden viele einfache Menschen die Worte undifferenziert aufnehmen und dementsprechend reagieren. Die Solidarität der Menschen in Deutschland und in vielen anderen Ländern, insbesondere die Anwesenheit des Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime und seine Verurteilung der Tat, seien jedoch für ihn und seine Gläubigen „eine Salbe für die offenen Wunden“.


Bischof Damian mit Bischof  Tebartz-van-Elst
Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst thematisierte in seiner Ansprache die guten und engen Beziehungen zwischen der römisch-katholischen und der koptisch-orthodoxen Kirche und die Achtung der Katholiken „vor der altehrwürdigen Tradition der Kirche Ägyptens und in besonderer Weise vor dem ehrwürdigen Patriarchat von Alexandrien“. Alexandria sei „durch das Zeugnis zahlreicher Heiliger, Märtyrer und Kirchenlehrer geadelt“ worden. Er betonte das gemeinsame Zeugnis der Christen und bezeichnete das Attentat auf die Gottesdienstbesucher als „Angriff auf den Glauben, der in der Liturgie gefeiert wird“. Er forderte von den Regierenden „eine Rechtsprechung, die auch gegenüber Christen begangenes Unrecht konsequent verfolgt und ahndet“ sowie eine Religionsfreiheit, die auch das Recht auf einen Wechsel der Religionszugehörigkeit mit einschließt.

Der Vertreter der Orthodoxen Bischofskonferenz und Vorsitzende des Rates der Religionen Athanagoras Ziliaskopoulos, unterstrich, dass das „feige Attentat den hohen Preis offenbart, den Christen gerade an den Orten, die eng mit der Entstehung des Christentums verbunden sind, für ihren Glauben zahlen“. Er warnte zudem davor, Probleme und Konflikte aus den Herkunftsländern in die deutsche Gesellschaft zu übertragen.

Aiman Mayzek, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, verurteilte den Anschlag scharf und erinnerte daran, dass vor 1400 Jahren der koptische Patriarch der muslimischen Gemeinde Asyl gewährt habe, als diese Verfolgung erlitten habe. „Terrorakte und Schandtaten werden nicht hinwegwischen, was Kopten Muslimen an Frieden und Geborgenheit gegeben haben“, sagte er. Dies werde „ewig im kollektiven Gedächtnis der Muslime bleiben“. Er betonte, es werde „den Attentätern nicht gelingen, einen Keil zwischen Christen und Muslime zu treiben“. Ein Anschlag auf ein Gotteshaus, gleichgültig welcher Religion, sei für die Muslime wie „ein Angriff auf unsere eigene Moschee“.

Die Vertreter der Politik forderten während der zweistündigen Gedenkfeier in ihren Reden ebenfalls Religionsfreiheit. Auch ihre Ansprachen wurden von Applaus unterbrochen.

„König des Friedens, gibt uns den Frieden!“ singen die Diakone. Diese Zeile wird mehrfach wiederholt, immer lauter werden die Stimmen. Am Schluss ist es fast ein Schrei. Zum Abschluss der Feier beten noch einmal alle Teilnehmer gemeinsam das Vaterunser. „Und erlöse uns von dem Bösen“ – für die Kopten hat dieses Wort nicht nur in diesem Jahr, sondern in langen Jahrhunderten ihrer Leidensgeschichte eine besondere Bedeutung. Abuna Pigol Bassili, der Pfarrer der koptischen St. Markus-Gemeinde, stammt selbst aus Alexandria und kennt viele Familien, die bei dem Anschlag ihre Kinder verloren haben oder deren Angehörige noch im Krankenhaus liegen. Er zeigte sich „im Herzen tief betroffen“ davon. Trotz dieser leidvollen Erfahrungen versichern die Frankfurter Kopten, dass sie sich nicht fürchten.

Bischof Damian erklärte nach dem Festakt gegenüber „Kirche in Not“, das als Hilfswerk, das sich unter anderen für verfolgte Christen einsetzt, ebenfalls bei der Feierstunde vertreten war: „Wir sind eine Kirche der Märtyrer, niemand kann uns in Angst versetzen. Unsere Gläubigen werden beten, auch wenn es ihr letzter Gottesdienst sein sollte, denn das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.“ Er betonte jedoch, die Menschen hätten „ein Recht auf Schutz“. Besonders positiv hob er die Botschaft Papst Benedikts XVI. hervor, die „viele Schmerzen gelindert“ habe.

Pater Joaquin Alliende, der internationale Präsident von „Kirche in Not“, ruft dazu auf, „unsere Schwestern und Brüder in diesen dramatischen Stunden nicht allein und ungeschützt zu lassen“, sondern für sie zu beten und „an einer Welt mitzubauen, die auf Versöhnung und Dialog, nicht auf Gewalt und Hass setzt“. Er erinnert dabei an die Worte Papsts Benedikts des XVI. vom zweiten Weihnachtstag 2010: “Unsere Welt ist immer noch von Gewalt gekennzeichnet, vor allem gegen die Jünger Christi“.

Wir bedanken uns herzlich bei Eva-Maria Kolmann von Kirche in Not.

Montag, 3. Januar 2011

Solidarität mit den Kopten in Ägypten

 
Deutsche wollen koptische Weihnachtsmesse besuchen
Die deutschsprachige Gemeinde in Kairo plant Solidaritätsaktionen mit den Kopten in Ägypten. Das berichtet ihr Seelsorger Pfarrer Joachim Schroedel in einer E-Mail an Radio Vatikan. Möglichst viele Deutschsprachige sollten zum Zeichen der Solidarität die Weihnachtsmessen der Kopten am 7. Januar besuchen, so Schroedel. Er wolle außerdem der Deutschen Bischofskonferenz vorschlagen, "dass einige Bischöfe an den Weihnachtsgottesdiensten der Kopten in Deutschland teilnehmen sollten“.
In seiner E-Mail schreibt Monsignore Schroedel weiter:
„Nach dem schrecklichen Attentat von Neujahr in Alexandria ist auch die Betroffenheit der deutschsprachigen katholischen Gemeinde und der "german community" als ganze sehr groß. Wir können es aber nicht nur beim Bedauern und Beklagen lassen. Unsere Gemeinde versucht eine Initiative, die zum Ziel hat, möglichst viele Deutschsprachige in die Weihnachtsmessen der Koptisch-orthodoxen Kirche zu bringen und sie zur Teilmahme dieser Feiern zu ermutigen. Auch auf muslimischer Seite gibt es verschiedene Initiativen dieser Art.
Den gesamten Wortlaut hat Radio Vatikan hier veröffentlicht.
Infos auch auf der Website der koptisch-orthodoxen Kirche in Österreich.