Mittwoch, 12. Januar 2011

Zusammen glauben, feiern, beten (Apg 2,4)





Alljährlich findet in der Zeit vom 18. bis 25. Januar die Gebetswoche für die Einheit der Christen statt.

In diesem Jahr betont das Thema nach der Apostelgeschichte 2,4 das Zusammenwirken in Glaube, Gottesdienstfeier und Gebet: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten”. Aber genügt es, für die Einheit zu beten, ohne für sie zu arbeiten? Sollten wir Gott nicht vielmehr bitten, uns so zu verändern, dass wir aktiv werden für die Einheit. Denn wir brauchen den Geist Gottes, um kirchliche Selbstgenügsamkeit und Überheblichkeit zu überwinden, die wirkliche Einheit verhindern.


Die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2011 wurde von palästinensischen Christen vorbereitet. Sie wählten als Thema die 4 Kennzeichen der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem: Das Festhalten an der Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brechen des Brotes (Eucharistie) und das Gebet. Dieses Thema ist ein Ruf zurück zu den Ursprüngen der ersten Kirche in Jerusalem. Es ist ein Ruf nach Begeisterung und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens. Die Christen im Heiligen Land laden ihre Schwestern und Brüder dazu ein, sich ihnen in diesem Gebet ebenso anzuschließen, wie im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Wohlstand für alle Menschen des Heiligen Landes.
In den vorgeschlagenen Schwerpunkten für die 8 Tage der Gebetswoche "kann man eine Reise des Glaubens unter der Führung des Heiligen Geistes erkennen. Er lässt die ersten Christen die Wahrheit über Jesus Christus erkennen und erfüllt die frühe Kirche mit Zeichen und Wundern. Auf dieser Reise treffen sich die Jerusalemer Christen, um Gottes Wort zu hören, so wie es die Apostel ausgelegt haben. In deren Nachfolge kommen sie zusammen, um ihren Glauben in Sakrament und Gebet miteinander zu feiern. Erfüllt durch die Macht und die Hoffnung der Auferstehung feiert die Gemeinde den sicheren Sieg über Sünde und Tod. Dadurch gewinnt sie die Vision und findet den Mut, selbst ein Werkzeug der Versöhnung zu sein."
Für jeden dieser Tage wird eine Auswahl von Schriftlesungen, ein Meditationstext und ein abschließendes Gebet angeboten.
Die Themen für die acht Tage wurden nicht in erster Linie ausgewählt, um uns die Geschichte der frühen Kirche in Erinnerung zu rufen, sondern damit wir über die heutigen Erfahrungen der Christen in Jerusalem nachdenken. An den Kirchen in Jerusalem heute können wir sehen, was es bedeutet, die Einheit auch unter schwierigen Umständen nicht aufzugeben. Diese bitten uns, die Einheit im Festhalten an der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und im Gebet zu bezeugen. Nur in dieser Einheit wird es uns möglich sein, das Böse gemeinsam zu überwinden – in Jerusalem und auf der ganzen Welt.

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