Dienstag, 8. Februar 2011

Neue Töne beim "Spiegel"

In der heutigen Mittagsansprache ging Pfarrer Richard Kocher auch auf die Erklärung der deutschsprachigen Theologen zu Reformen in der katholischen Kirche ein und lobte den Kommentar von Matthias Matussek, der auf "Spiegel Online" veröffentlicht wurde. Es sei erstaunlich, dass der "Spiegel" plötzlich auch ganz andere Töne anschlage, habe er doch immer wieder Bischöfe und Kirche attackiert und böse verunglimpft.

Pfarrer Kocher zitierte folgende Passagen aus dem Beitrag von Matussek:

"Der Zölibat ist ein Zeichen. Er unterscheidet den katholischen Priester von seinen protestantischen Kollegen und macht deutlich, dass er sichtbar die monastische Existenz im Alltag gewählt hat und damit eine antibürgerliche Gegenwelt inmitten der unsrigen. Er ist eine Provokation."

"Der zölibatäre Priester lebt im Angesicht des Heiligen. Er ist nicht der Kumpel, den man in der Kneipe trifft. Er ist die  Respektsperson, der man aus einer Andachtsdistanz heraus begegnet. Wollen wir das aufgeben für die ganz gewöhnlichen Klarsichtfolien-Betriebsnudeln, denen man in Bundestagsausschüssen oder auf Kirche-von-unten-Flohmärkten begegnen kann?"

"Merkwürdigerweise respektieren wir Mahatma Ghandi, der ein dem Zölibat entsprechendes Gelübde abgegeben hat. Ebenso den ehelosen Dalai Lama. Aber dem katholischen Priester wollen wird ständig geregelte Triebabfuhr verordnen, weil alles andere unnatürlich sei."

Beitrag von Matthias Matussek in Spiegel Online in voller Länge

Kommentare:

  1. Das spricht meiner Meinung nach aber nicht für die Gesamtmeinung bzw. -richtung des Spiegel, sondern ist eher Ausdruck der persönlichen Ansicht von Herrn Matussek. Und dass er bekennender und praktizierender Katholik ist (wie man das landläufig so schön nennt), ist doch schon länger klar. Ich finde es allerhöchstens bemerkenswert, dass sie beim Spiegel doch noch soviel auf die Freiheit der Meinungsäußerung geben, dass sie Herrn Matusseks Worte auch abdrucken.

    Sorry für den Sarkasmus, bin gerade ein bisschen desillusioniert...

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  2. Weiteres zu Äußerungen in diesem Themenbereich kann man im neuen Monatsprogramm von Radio Horeb (März 2011) im Editorial von Pfr. Kocher lesen.

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