Montag, 28. Oktober 2013

Kluge Entscheidung von Franziskus - Wochenkommentar

Der Wochenkommentar von Martin Lohmann auf Radio Horeb,
hier zum Nachlesen bei kath.net:
In der Affäre Limburg folgte Papst Franziskus nicht der medialen Entrüstung, sondern öffnet Räume für eine Klärung der Vorwürfe.

„Der Papst hat mit seiner klugen und weisen Entscheidung Druck aus dem viel zu heiß gewordenen Kessel genommen, und nun geben manche Protagonisten das Bild eines von heißer Luft befreiten zusammengefallenen Ballons ab. Aber jetzt geht es um die richtige Aufarbeitung aller Fehler und die scheuklappenfreie Aufklärung aller Hintergründe, die nicht nur Geldfragen sind. Auch dafür hat Papst Franziskus den Weg freigemacht. Es geht aber nicht nur um die Kirche, sondern auch um eine kritische Reinigung in den Medien.“

Und hier der Link zu Radio Horeb zum Nachhören.

Freitag, 11. Oktober 2013

Pfarrer Richard Kocher zum Weltmissionssonntag


Im aktuellen Programmblatt schreibt der Programmdirektor von Radio Horeb zum Thema Neuevangelisierung
Im Weltmissionsmonat Oktober ist es mir ein Anliegen, auf die schon von Papst Johannes Paul II. so sehr gewünschte Neuevangelisierung hinzuweisen. In vielen lehramtlichen Dokumenten wird die Lage des Glaubens treffend beschrieben. So heißt es in dem Apostolischen Schreiben „Christifideles laici“ schon im Jahr 1988, dass ganze Länder und Nationen, „in denen früher Religion und christliches Leben blühten“, harte Proben zu bestehen hätten „durch fortschreitende Gleichgültigkeit, durch Säkularismus und Atheismus… Es geht dabei vor allem um die Länder und Nationen der sogenannten Ersten Welt, in denen Wohlstand und der Konsumismus dazu veranlassen, so zu leben, als gäbe es Gott nicht.
Die religiöse Gleichgültigkeit und die fast inexistente religiöse Praxis sind nicht weniger Besorgnis erregend als der ausdrückliche Atheismus … Nur eine neue Evangelisierung kann die Vertiefung eines reinen und festen Glaubens leisten … Es ist mit Sicherheit notwendig, überall die christliche Substanz der Kirche zu erneuern.“ In dem gemeinsamen Hirtenbrief „Der missionarische Auftrag der Kirche“ schrieben die deutschen Bischöfe im Jahr 2004, dass Deutschland Missionsland geworden sei; dies sei „inzwischen bittere Realität“. „Wir sind dabei, unser kostbarstes Erbe zu verschleudern: Gott zu kennen, wie Jesus Christus ihn uns bekannt gemacht hat … Der Betrieb läuft, aber ohne Ausstrahlung! Die schleichende Säkularisierung von innen, die unbemerkt mit rastloser Arbeit einhergehen kann, geht an die Substanz und ist viel gefährlicher für den Glauben als der Verlust gesellschaftlicher Positionen … Also haben wir nicht nur zu evangelisieren, wir selbst sind gerufen, uns evangelisieren zu lassen. Missionarische Seelsorge bedeutet nicht, dass der Betrieb auf Hochtouren läuft. Sie lebt von der Gegenwart Gottes in unserem Leben.“
Es ist das Verdienst unseres jetzigen Papstes Franziskus, dass er mit aller Deutlichkeit an die missionarische Dimension der Kirche erinnert und diese einfordert, oft mit drastischen Worten. Wenn sich die Kirche auf das Verwalten beschränkt, würde sie einem abgeschlossenen Zimmer gleichen und physisch sowie mental verkümmern. Es sei höchste Zeit, sich auf das Wesentliche zu besinnen; anstatt den noch vorhandenen Schafen „Löckchen zu drehen“ sei es notwendig, sich auf die Suche nach den verlorenen zu machen. Über die Bedeutung, welche dem Medium Radio hierbei zukommt sagte er beim Weltjugendtag in Rio: „Ein katholisches Radio ist heute die naheste Kanzel, die wir haben. Über das Radio können wir die menschlichen Werte verkünden, die Werte der Religion, und vor allem Jesus Christus, den Herrn. Dem Herrn können wir so die Ehre erweisen, ihm einen Platz zwischen den Dingen im Leben zu geben.“ Anschießend appellierte er, niemand aus der Solidarität auszuschließen und sich besonders der Armen anzunehmen. Ein katholisches Radio hätte den Sinn, „uns alle im Gebet zu vereinen und zusammenzuarbeiten“. Meine Vision aus den Jahren des Anfangs, mit Radio Horeb den Menschen eine Quelle lebendigen Wassers zur Verfügung zu stellen, aus der sie jederzeit schöpfen können, hat sich erfüllt.
Sehr viele dankbare Rückmeldungen belegen nachdrücklich, dass es gelungen ist, mit einer Mischung aus Gebet, Katechese, Lebenshilfe, Information und Musik ein Programm anzubieten, das die Herzen der Menschen erreicht. Die Digitalisierung des Rundfunks wird es uns in den nächsten zwei Jahren ermöglichen, an fast allen Orten unseres Landes leicht empfangbar zu sein. Von Herzen danke ich vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche diese Vision geteilt haben und den Weg mit uns gegangen sind. Mein Dank gilt auch allen Betern und Spendern; ohne sie hätten wir all das nicht erreichen können.