Mittwoch, 30. April 2014

Zehn Gebote der Gelassenheit

Bildquelle: news.va

Im Zuge der Heiligsprechung der beiden Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. am vergangenen Sonntag, wurden bei Radio Horeb auch die "Zehn Gebote der Gelassenheit" in Erinnerung gerufen. Es sind die zehn Leitsätze, die Papst Johannes XXIII. vor etwa 100 Jahren aufgeschrieben hat. Es geht vor allem darum zu lernen, sich und seine Umwelt bewusst wahrzunehmen und bewusst in der Gegenwart, im Hier und Jetzt, zu leben:

1.     Leben

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2.     Sorgfalt

Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern... nur mich selbst.

3.     Glück

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4.     Realismus

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5.     Lesen

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6.     Handeln

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen - und ich werde es niemandem erzählen.

7.     Überwinden

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8.     Planen

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9.     Mut

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, und mich an allem freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

10.   Vertrauen

Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten – , dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt. -
Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und mit Geduld.

Mittwoch, 23. April 2014

Mutter Teresas Worte

Heute Morgen erinnerte uns Pfarrer Richard Kocher an ein paar kluge Worte der sel. Mutter Teresa.


Sie antwortete auf folgende Fragen:

Das größte Hindernis? Die Angst.
Die Wurzel aller Übel? Der Egoismus.
Die schönste Zerstreuung? Die Arbeit.
Die schlimmste Niederlage? Die Mutlosigkeit.
Der schlimmste Fehler? Die schlechte Laune.
Das Unentbehrlichste? Das Daheim.
Die beste Lösung? Der Optimismus.
Das schönste auf der Welt? Die Liebe.

Sonntag, 20. April 2014

Osteransprache des Papstes




„Christus surrexit, venite et videte!“
Liebe Brüder und Schwestern, frohe Ostern!

In den Kirchen auf der ganzen Welt erklingt die Verkündigung des Engels an die Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden … Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag“ (Mt 28,5-6).

Das ist der Höhepunkt des Evangeliums, es ist die Frohe Botschaft schlechthin: Jesus, der Gekreuzigte, ist auferstanden! Auf dieses Ereignis gründen sich unser Glaube und unsere Hoffnung: Wäre Christus nicht auferstanden, würde das Christentum seine Bedeutung verlieren; die gesamte Mission der Kirche hätte keinen Antrieb mehr, denn von dort ist sie ausgegangen und von dort geht sie immer neu aus. Die Botschaft, welche die Christen der Welt überbringen, ist diese: Jesus, die menschgewordene Liebe, ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben, aber Gott, der Vater, hat ihn auferweckt und ihn zum Herrn über Leben und Tod gemacht. In Jesus hat die Liebe über den Hass gesiegt, die Barmherzigkeit über die Sünde, das Gute über das Böse, die Wahrheit über die Lüge, das Leben über den Tod.

Darum sagen wir zu allen: „Kommt her und seht!“ In jeder menschlichen Situation, die von der Hinfälligkeit, der Sünde und dem Tod gekennzeichnet ist, ist die Frohe Botschaft nicht nur ein Wort, sondern sie ist ein Zeugnis ungeschuldeter und treuer Liebe: Sie bedeutet, aus sich herauszugehen, um dem anderen entgegenzukommen; sie bedeutet, dem nahe zu sein, der vom Leben verletzt ist; sie bedeutet, mit dem zu teilen, dem das Nötige fehlt; sie bedeutet, bei dem zu bleiben, der krank oder alt oder ausgeschlossen ist… „Kommt her und seht!“: Die Liebe ist stärker, die Liebe schenkt Leben, die Liebe lässt in der Wüste die Hoffnung erblühen.

Mit dieser frohen Gewissheit im Herzen wenden wir uns heute an dich, du auferstandener Herr!
Hilf uns, dich zu suchen, damit wir alle dir begegnen und erfahren können, dass wir einen Vater haben, und uns nicht als Waisen fühlen; dass wir dich lieben und dich anbeten können.

Hilf uns, die Plage des Hungers zu besiegen, die durch die Konflikte verschärft wird und durch die ungeheure Verschwendung, an der wir oft selbst beteiligt sind.

Mach uns fähig, die Wehrlosen zu schützen, vor allem die Kinder, die Frauen und die Alten, die manchmal ausgebeutet und verlassen werden.

Gib, dass wir den Brüdern und Schwestern helfen könne, die in Liberia von der Ebola-Epidemie heimgesucht sind, sowie jene, die unter vielen anderen Krankheiten leiden, die sich auch aufgrund der Nachlässigkeit und der extremen Armut verbreiten.
Tröste alle, die heute das Osterfest nicht mit ihren Lieben feiern können, weil sie ihnen zu Unrecht entrissen wurden, wie die zahlreichen Menschen – Priester und Laien –, die in verschiedenen Teilen der Welt entführt worden sind.

Ermutige diejenigen, die ihre Länder verlassen haben, um an Orte auszuwandern, wo sie sich eine bessere Zukunft erhoffen, ihr Leben würdig leben und – nicht selten – ihren Glauben frei bekennen können.

Wir bitten dich, glorreicher Jesus, lass alle Kriege, jede große oder kleine, alte oder neue Feindseligkeit aufhören!

Wir flehen zu dir besonders für Syrien, unser geliebtes Syrien, dass alle, die unter den Folgen des Konfliktes leiden, die nötige humanitäre Hilfe erhalten können und dass die streitenden Parteien keine Gewalt mehr anwenden – vor allen gegen die schutzlose Bevölkerung –, um Tod zu säen, sondern dass sie den Mut aufbringen, über den Frieden zu verhandeln, der schon allzu lange erwartet wird!
Wir bitten dich, den Opfern der brudermörderischen Gewalt im Irak Trost zu spenden und die Hoffnungen zu unterstützen, die durch die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern aufkeimen.

Wir flehen dich an, dass den Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik ein Ende gesetzt werde und dass die grausamen terroristischen Attentate in einigen Regionen Nigerias sowie die Gewaltakte im Süd-Sudan aufhören.

Wir bitten dich, dass in Venezuela die Herzen sich der Versöhnung und der brüderlichen Einigkeit zuwenden.

Durch deine Auferstehung, die wir in diesem Jahr gemeinsam mit den Kirchen feiern, die dem Julianischen Kalender folgen, bitten wir dich: Wecke und inspiriere Initiativen für eine Befriedung in der Ukraine, auf dass alle Beteiligten mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft jede Anstrengung unternehmen, um Gewalt zu verhindern und um die Zukunft des Landes in einem Geist der Einheit und des Dialogs zu gestalten.

Für alle Völker der Erde bitten wir dich, o Herr: Der du den Tod besiegt hast, schenke uns dein Leben, schenke uns deinen Frieden!

Samstag, 19. April 2014

Frohe und gesegnete Ostern

Christus ist auferstanden. Halleluja!

Freitag, 18. April 2014

Dienstag, 15. April 2014

Papst Franziskus: Meditation zur Karwoche

Judas, Petrus oder Pontius Pilatus sind uns näher, als wir wahrhaben wollen. Darum hat Papst Franziskus die Gläubigen in seiner Predigt zu Palmsonntag aufgerufen, sich zu fragen: Wo findest Du dich in der Ostergeschichte wieder?


Die Predigt des Papstes:

Diese Woche beginnt mit der festlichen Prozession mit den Olivenzweigen: Das ganze Volk empfängt Jesus. Die Kinder, die Jugendlichen singen und loben Jesus.


Aber diese Woche setzt sich fort im Geheimnis des Todes Jesu und seiner Auferstehung. Wir haben die Passion des Herrn gehört: Es wird uns gut tun, wenn wir uns nur eine Frage stellen: Wer bin ich? Wer bin ich vor meinem Herrn? Wer bin ich vor Jesus, der festlich in Jerusalem einzieht? Bin ich fähig, meine Freude auszudrücken, ihn zu loben? Oder gehe ich auf Distanz? Wer bin ich vor dem leidenden Jesus?
Wir haben viele Namen gehört – viele Namen. Die Gruppe der führenden Persönlichkeiten, einige Priester, einige Pharisäer, einige Gesetzeslehrer, die entschieden hatten, ihn zu töten. Sie warteten auf die Gelegenheit, ihn zu fassen. Bin ich wie einer von ihnen?
Auch noch einen anderen Namen haben wir gehört: Judas. Dreißig Silberlinge. Bin ich wie Judas?
Weitere Namen haben wir gehört: die Jünger, die nichts verstanden, die einschliefen, während der Herr litt. Ist mein Leben eingeschlafen?
Oder bin ich wie die Jünger, die nicht begriffen, was es bedeutet, Jesus zu verraten; wie jener andere Jünger, der alles durch das Schwert lösen wollte: Bin ich wie sie? Bin ich wie Judas, der Liebe heuchelt und den Meister küsst, um ihn auszuliefern, ihn zu verraten? Bin ich – ein Verräter?

Wie ein Vorsteher, wie Pilatus?

Bin ich wie jene Vorsteher, die in Eile zu Gericht sitzen und falsche Zeugen suchen: Bin ich wie sie? Und wenn ich so etwas tue – falls ich es tue –, glaube ich, dass ich damit das Volk rette? Bin ich wie Pilatus? Wenn ich sehe, dass die Situation schwierig ist, wasche ich mir dann die Hände, weiß ich dann meine Verantwortung nicht zu übernehmen und lasse Menschen verurteilen oder verurteile sie selber?
Bin ich wie jene Menschenmenge, die nicht genau wusste, ob sie sich in einer religiösen Versammlung, in einem Gericht oder in einem Zirkus befand, und Barabbas wählt? Für sie ist es gleich: Es war unterhaltsamer, Jesus zu demütigen.
Bin ich wie die Soldaten, die den Herrn schlagen, ihn bespucken, ihn beleidigen, sich mit der Demütigung des Herrn amüsieren?
Bin ich wie Simon von Zyrene, der müde von der Arbeit kam, aber den guten Willen hatte, dem Herrn zu helfen, das Kreuz zu tragen?
Bin ich wie die, welche am Kreuz vorbeikamen und sich über Jesus lustig machten: „Er war doch so mutig! Er steige vom Kreuz herab, dann werden wir ihm glauben!“ Sich über Jesus lustig machen…
Bin ich wie jene mutigen Frauen und wie die Mutter Jesu, die dort waren und schweigend litten?
Bin ich wie Josef, der heimliche Jünger, der den Leib Jesu liebevoll trägt, um ihn zu begraben?
Bin ich wie die beiden Marien, die am Eingang des Grabes verharren, weinend und betend?

Wo ist mein Herz?

Bin ich wie diese Anführer, die am folgenden Tag zu Pilatus gehen, um zu sagen: „Schau, der hat gesagt, er werde auferstehen. Dass nur nicht noch ein Betrug geschieht!“; und die das Leben blockieren, das Grab zusperren, um die Lehre zu verteidigen, damit das Leben nicht herauskommt?
Wo ist mein Herz? Welchem dieser Menschen gleiche ich? Möge diese Frage uns die ganze Woche hindurch begleiten.

Quelle: Radio Vatikan Blog

Dienstag, 8. April 2014

"Wir über uns"

Pfarrer Richard Kocher, der Programmdirektor von Radio Horeb, in der Sendung "Wir über uns" am 5.4. 2014:
Mir war es immer wichtig, dass wir bei unserem Radio das Gute und Aufbauende weitergeben.  Manchmal ist es notwendig, auch kritische Worte zu finden bei manchen Fragwürdigkeiten im Medienbereich, der Gesellschaft oder auch in unserer Kirche; das darf aber nicht das Hauptaugenmerk sein. Nie hätte ich gedacht, dass allein schon das Eintreten für das menschliche Leben, das heute vielen Gefährdungen ausgesetzt ist, oder für Ehe und Familie problematisch werden könnte. Doch die Zeiten ändern sich. Als kürzlich in einer Talkshow bei Sandra Maischberger ein Familienvater über das klassische Modell einer Verbindung von Mann und Frau und der daraus entstehenden Familie mit Kindern sprach, wurde er von Frau Maischberger gefragt: „Sind Sie nicht der Meinung, dass diese Aussage für Schwule kränkend sein könnte?“ Darauf gab dieser schlagfertig zurück:
„Wahrscheinlich darf ich jetzt auch in Gegenwart eines Rollstuhlfahrers nicht mehr von meinem Wanderurlaub erzählen, weil das kränkend sein könnte.“ Ich bin dem früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse dankbar, der ein Plädoyer für die „stinknormale Ehe und Familie“ ablegte. Wer diese verteidige, dürfe nicht der Homophobie bezichtigt werden, denn sonst sei ein Klima der Intoleranz die Folge.

Am 3. Februar 2014 haben sich die Programmdirektoren aus Albanien, Österreich, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ungarn, Litauen, Malta, Niederlande, Rumänien, Slowakei, Schweiz, Südtirol, Russland und Ukraine in Balderschwang zu einem Erfahrungsaustausch sowie zur Vorbereitung des Mariathons getroffen, bei dem am 9. und 10. Mai 2014 Spenden für die Aktivitäten der Weltfamilie von Radio Maria gesammelt werden. Die Begegnung war spürbar gesegnet und hat wertvolle Impulse für unsere Arbeit gebracht.  Es ist wichtig, nicht nur auf das eigene Radio zu schauen, sondern sich auch den Anliegen der anderen zu öffnen, um dadurch zu lernen. Don Aleksej Samsonov, unser Mitbruder aus der Ukraine, hat in berührender Weise von der Situation seiner Heimat berichtet.  Wir gehen auf Ostern zu und bald dürfen wir wieder die Geheimnisse unserer Erlösung feiern, denn der Herr hat stellvertretend für uns Sünde und Schuld auf sich genommen, um uns zu erlösen: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Das ist auch der Auftrag des Knechtes im vierten Gottesknechtslied in Jesaja 53. Dieser gilt allerdings nicht nur für den Knecht, sondern auch für uns, für die Kirche. Mein früherer Lehrer für Altes Testament Prof. Dr. Rudolph Kilian schrieb dazu in seinem Buch „Ich bringe Leben in euch“:
„Wenn die neutestamentliche Kirche sich aber als ein neues, geistliches Israel versteht, kann sie sich dann vom Leiden für andere dispensieren? Ist es dann nicht vielmehr ihre Aufgabe, vielleicht sogar ihr Wesen, leidender Gottesknecht zu sein, verkannt und verachtet? ... Nach der Aussage des vierten Liedes geschieht das Wesentliche nicht durch Aktionen, sondern in der Annahme des Leidens. Denn nur durch stellvertretendes Leiden wird den Vielen Heil, werden sie erlöst.“ Vielleicht können diese Ausführungen kranken und leidenden Menschen eine neue Perspektive in ihrer schwierigen Situation eröffnen. Ich wünsche es ihnen auf jeden Fall und bete dafür.